Ernst Wolff: Weltmacht IWF Chronik eines Raubzugs

Veröffentlicht am 09.08.2015. auf ganzheitlicheperspektiven.wordpress.com
Eine andere Perspektive auf die Lage in Griechenland oder Zypern und generell in Europa wirft das neue Buch von Ernst Wolff auf die Machenschaften des IWF hinter den Kulissen der anhaltenden Finanzkrise die auch als Vorwand genutzt wird um sukzessive die Entrechtung der Menschen nicht nur in Europa zu erreichen auf.Ernst Wolff, 1950 geboren, wuchs in Südostasien auf, ging in Deutschland zur Schule und studierte in den USA Philosophie und Geschichte. Er arbeitete als Journalist, Dolmetscher und Drehbuchautor. Die Wechselbeziehung von Wirtschaft und Politik, mit der er sich seit vier Jahrzehnten beschäftigt, ist für ihn gegenwärtig von höchster Bedeutung, was Grundlage seines neusten Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“ war.Ich veröffentliche hier das Vorwort des Buches als Artikel sowie einen PDF Anhang worin sich eine Leseprobe des Buches „Weltmacht IWF Chronik eines Raubzuges“ befindet.Viel Freude beim lesen.
Ernst Wolff
Weltmacht IWF
Chronik eines Raubzugs
Ernst Wolff
Weltmacht IWF.
Chronik eines Raubzugs
© Tectum Verlag Marburg, 2014
ISBN 978-3-8288-3329-6
Druck und Bindung: XXXX
Besuchen Sie uns im Internet
http://www.tectum-verlag.de
Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen
Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über
http://dnb.ddb.de abrufbar.
Dieses Buch ist den Menschen in Afrika, Asien und Südamerika gewidmet,
die es nicht lesen können, weil die Politik des IWF ihnen den Besuch einer
Schule verwehrt hat.

Inhalt
Vorwort 9
Die Konferenz von Bretton Woods:
Zum Auftakt Erpressung 13
Der Nachkriegsboom – der IWF wirft sein Netz aus 21
Die siebziger Jahre – der IWF und die chilenische Erfahrung 25
»Strukturanpassungsprogramme« – der IWF systematisiert
sein Vorgehen 31
Die lateinamerikanische Schuldenkrise – der IWF wird
zum globalen Krisenmanager 37
Die Folgen der »Strukturanpassung« – der Widerstand
gegen den IWF wächst 45
Die »Schocktherapie« für die Sowjetunion – der IWF und
die Wiedereinführung des Kapitalismus 49
Südafrika nach der Rassentrennung – IWF und ANC
verbünden sich gegen das Volk 59
Jugoslawien – der IWF als Kriegsvorbereiter und -begleiter 69
Die Asien-Krise – der IWF demonstriert seine Macht 81
Lohnobergrenzen und höhere Preise – 
die »Armutsbekämpfung« des IWF 91
Die Argentinien-Krise – der IWF erzwingt den größten
Staatsbankrott aller Zeiten 101
Globalisierung und Finanzialisierung – die Triebkräfte des IWF 113
Die Finanzkrise von 2007/2008 – die Ruhe vor dem
Sturm für den IWF 121
Islands Bankencrash von 2008 – der IWF nimmt
Europa ins Visier 127
Irland – der IWF leitet eine Armutsexplosion in Europa ein 137
Die Euro-Krise – IWF, EU und EZB stellen Europa
unter Zwangsverwaltung 147
Griechenland – die Troika bringt den Hunger zurück
nach Europa 157
Zypern und der IWF – auf die Plünderung folgt
die Enteignung 169
Die Euro-Krise nach Zypern – der IWF verlangt die
Institutionalisierung des Raubes 183
Schuldenberge, soziale Ungleichheit, Revolution – 
das Ende des IWF? 191
Deutschland und der IWF – schwarze Schwäne am Horizont 199
9
Vorwort
Keine andere Finanzorganisation hat im vergangenen halben Jahrhundert
so tief in das Leben so vieler Menschen eingegriffen wie der Internationale
Währungsfonds (IWF). Seit seiner Gründung nach dem Zweiten
Weltkrieg hat er seinen Einflussbereich bis in die entlegensten Winkel der
Erde ausgeweitet. Derzeit zählen 188 Länder auf fünf Kontinenten zu
seinen Mitgliedern.
Jahrzehntelang war der IWF hauptsächlich in Afrika, Asien und Südamerika
tätig. Dort gibt es kaum noch ein Land, in dem seine Politik nicht
ein- oder mehrmals in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen nationalen
Regierung durchgesetzt wurde. Nach dem Ausbruch der weltweiten
Finanzkrise im Jahr 2007 hat er sich verstärkt Nordeuropa zugewandt,
seit dem Einsetzen der Euro-Krise im Jahr 2009 ist vor allem das südliche
Europa in seinen Fokus gerückt.
Offiziell besteht die Hauptaufgabe des IWF darin, das globale Finanzsystem
zu stabilisieren und in Schwierigkeiten geratenen Ländern aus der
Krise zu helfen. In der Realität erinnern seine Einsätze eher an Feldzüge
kriegführender Armeen. Wo immer er einschreitet, greift er tief in die
Souveränität von Staaten ein, zwingt ihnen Maßnahmen auf, die von der
Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden, und hinterlässt eine breite
Spur wirtschaftlicher und sozialer Zerstörung.
Dabei setzt der IWF weder Waffen noch Soldaten ein, sondern bedient
sich ganz einfach der Mechanismen des Kapitalismus, genauer gesagt: der
Kreditwirtschaft. Seine Strategie ist in allen Fällen so simpel wie effektiv:
Gerät ein Land in finanzielle Schwierigkeiten, ist er zur Stelle und bietet
Unterstützung in Form von Krediten an. Im Gegenzug fordert er die
10
Ernst Wolff: Weltmacht IWF
Durchsetzung von Maßnahmen, die die Zahlungsfähigkeit des Landes
zum Zwecke der Rückzahlung dieser Kredite sicherstellen sollen.
Wegen seiner weltweiten Sonderstellung als »Kreditgeber letzter Instanz«
bleibt den Regierungen in der Regel keine andere Wahl als das Angebot
des IWF anzunehmen und auf seine Bedingungen einzugehen – mit dem
Ergebnis, dass sie sich in einem Netz der Verschuldung verfangen, in dem
sie sich infolge von Zins-, Zinseszins- und Tilgungszahlungen immer tiefer
verstricken. Die sich daraus ergebende Belastung des Staatshaushaltes
und der heimischen Wirtschaft führt mit unerbittlicher Konsequenz
zu einer Verschlechterung ihrer Finanzlage, die der IWF wiederum als
Vorwand nutzt, um unter dem Schlagwort der »Austerität« immer neue
Zugeständnisse in Form von »Sparprogrammen« zu erzwingen.
Für die einfache Bevölkerung der betroffenen und zumeist einkommensschwachen
Länder hat diese Politik verheerende Folgen, denn deren Regierungen
handeln allesamt nach dem gleichen Muster: Sie wälzen die
Folgen der Sparmaßnahmen auf die abhängig Beschäftigten und die Armen
ab.
Auf diese Weise haben IWF-Programme Millionen von Menschen den
Arbeitsplatz genommen, ihnen den Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung,
einem funktionierenden Bildungswesen und menschenwürdigen
Unterkünften verwehrt. Sie haben ihre Nahrungsmittel bis
zur Unbezahlbarkeit verteuert, die Obdachlosigkeit gefördert, alte Menschen
um die Früchte lebenslanger Arbeit gebracht, die Ausbreitung von
Krankheiten begünstigt, die Lebenserwartung verringert und die Säuglingssterblichkeit
erhöht.
Am anderen Ende der gesellschaftlichen Leiter dagegen hat die Politik
des IWF einer winzigen Schicht von Ultrareichen dazu verholfen, ihre
riesigen Vermögen sogar in Krisenzeiten zu vermehren. Die von ihm geforderten
Maßnahmen haben entscheidend dazu beigetragen, dass die
weltweite soziale Ungleichheit ein in der Geschichte der Menschheit nie
dagewesenes Ausmaß angenommen hat. Der Einkommensunterschied
zwischen einem Sonnenkönig und einem Bettler am Ausgang des Mittel-
11
Vorwort
alters verblasst gegenüber dem Unterschied zwischen einem HedgefondsManager1
und einem Sozialhilfeempfänger von heute.
Obwohl diese Fakten allgemein bekannt sind und in den vergangenen
Jahrzehnten Hunderttausende zum Teil unter Einsatz ihres Lebens gegen
die Auswirkungen seiner Maßnahmen protestiert haben, hält der IWF
bis heute eisern an seiner Strategie fest. Trotz aller Kritik und trotz der
nicht zu übersehenden Folgen seines Handelns genießt er dabei nach wie
vor die rückhaltlose Unterstützung der Regierungen sämtlicher führender
Industrienationen.
Wieso? Wie kann es sein, dass eine Organisation, die rund um den Globus
solch ungeheures menschliches Leid verursacht, weiterhin ungestraft
handeln und auch in Zukunft mit der Unterstützung der mächtigsten
Kräfte unserer Zeit rechnen darf? In wessen Interesse arbeitet der IWF?
Wer profitiert von seinem Tun?
Diese Fragen zu beantworten, ist das Ziel dieses Buches.
1 Ein Beispiel: Der Hedgefonds-Manager John Paulsen hat im Jahr 2010 fünf
Mrd. US-Dollar verdient. Das entspricht einem Tagesverdienst von 19,2 Mio.
Dollar und damit fast dem Zehnmillionenfachen der zwei Dollar pro Tag,
von denen zur gleichen Zeit 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt leben
mussten.

Tectum_Leseprobe_Wolff_Weltmacht-IWF

Quellen:http://www.tectum-verlag.de/weltmacht-iwf.html
http://www.tectum-verlag.de/weltmacht-iwf.html
http://kritisches-netzwerk.de/content/weltmacht-iwf-chronik-eines-raubzugs-ernst-wolff-tectum-verlag
https://www.radio-utopie.de/2015/02/17/iwf-kredite-an-die-ukraine-ziel-ist-die-vollstaendige-destabilisierung-des-landes/

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